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Strategien der Abschottung

Bernard Reymond
Übersetzung Jean Gaspar

Bernard Reymond stellt Fragen über die Beziehung der verschiedenen Religionen zur „Offenbarung“ und fordert uns auf, über den Dialog zwischen den Religionen und der Kraft unseres eigeen Glaubens nachzudenken.

Während einer Reise nach Maroko wurde ein Freund überrascht von einem Angebot, zum Islam überzutreten auf ganz einfache Art – es reichte, ein Papier zu unterschreiben mit der Behauptung „Jesus wäre nicht Sohn Gottes“. Sein evangelischer Glaaube wurde dadurch getrübt: „das schlägt doch dem Fass den Boden aus“, sagte er mir. Ich konnte ihm nur sagen, dass in diesem Umfeld dieser Vorschlag ganz selbstverständlich war: wenn ein Muslim Jesus, nicht als Prophet, sondern als Sohn Gottes anerkennen würde, hiesse das auch , das Ende der Prophezeiungen zu bekennen. Der Prophet, dem es vergönnt war den Koran zu offenbaren, wäre dann nicht mehr der Prophet schlechthin; sein Dasein wäre nicht mehr berechtigt.
Man kann die Frage auch anders stellen: warum bestehen die Christen gewöhnlich darauf, Jesus als „den“ Sohn Gottes zu bekennen, wenn die göttliche Offenbarung in der Person Jesu Christi nicht die endgültige Offenbarung wäre? Der, am meisten, verbreitete christliche Volksglaube, meint also, es könnte keinen anderen Christus, keinen anderen Messias nach ihm geben. Glaubten das auch schon die allerersten Christen? Ja, in dem Mass es für sie feststand, das Ende der Welt wäre für morgen. Nein, wenn sie sich hätten vorstellen können, dass die Geschichte der Menschheit noch Jahrtausende – wenigstens bis zu uns – dauern würde. Erst nach und nach riegelten die christlichen Theologen die Lage ab in dem sie postulierten, die Offenbarung der Evangelien wäre die endgültige , wenigstens so wie sie es verstanden.
Der Islam, in dem er in Mahomet den Propheten schlechthin sah, nahm für sich selbst die Abschottung in Anspruch und übertrug trug sie in seinen eigenen Rahmen, nach dem Beispiel der Christen mit denen er in Berührung kam.
Das Judentum der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung handelte ebenso, in dem es ablehnte in Jesus den Messias der Endzeit zu erkennen. Strategisch war es die einzige Möglichkeit, die eigenen Tradition zu bewahren, gegenüber einer Christenheit die sich immer weiter ausbreitete und, geben wir es zu, darauf bedacht war, diese Art des Glaubens, der älter war als der eigene, in Gettos zu isolieren.
Gehen wir jetzt weiter in den Iran. Das Judentum und die Kirchen die vor Mahomet auf diesem Boden gegenwärtig waren, sind tolriert, allerdings mit sehr untergeordneten Rechten und stehen unter Kontrolle. Im Gegensatz ist der Protestanismus praktisch nicht anerkannt, da er, als eine Art von Christentum erst nach dem Islam erschienen ist. Doch, vor allem, toleriert der chiitische Islam überhaupt nicht und verfolgt die Jünger von Baha’u’llah, Gründer einer Religion die in Iram im XIX. Jhrt erschienen ist, eine Religion, tolerant und universal, die ihre Inspiration im Koran fand, der Bahaïsmus. Die Anerkennung dieser Religion würde bedeuten, dass die Offenbarung des Korans nicht einzig und engültig ist.
Diese Strategien führen zu gegenseitigen Ausschlüssen und machen jeden intereligösen Dialog vergeblich. Bedenken wir: die Angst der Konkurrenz war noch nie die Stärke eines religiösen Glaubens !

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À propos Gilles

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a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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