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Kirche und Staat

Pierre Olivier Léchot

Übersetzung Jean Gaspar

Hat die Kirche noch ein Wort zu sagen in unserer übermodernen Gesellschaft, mehrheitlich dem Christentum entfremdet, geprägt von der Vielfalt der religiösen , individuellen Auswahl ? Die Frage mit Ja beantworten, ist das Risiko eingehen, dass die Kirche ihre Auffassung den Nichtchristen aufzwingt. Aber die Frage mit Nein beantworten, bedeutet, auf die Entwicklung einer sozialen,christlichen Denkart für unsere Zeit zu verazichten. Ein Umweg über die Geschichte scheint dann notwendig, um diesen gordischen Knoten zu durchschneiden. Tatsächlich findet man dieses Zaudern in der verschiedenen Art und Weise mit der sich, im Laufe der Geschichte, die christlichen Fraktionen bildeten, besonders wenn man an der bekannten Typologie von Ernst Troeltsch (1865 -1923) festhält. In der Tat unterscheidet der deutsche Theologe drei Arten von christlichen Fraktionen: die „Kirche“, die „Sekte“ und die“mystische“. Die Kirche, aufgefasst als eine , die Gnade verteilende Institution, muss offen bleiben für die Welt und muss den Kompromiss mit dem Staat suchen; die Sekte, begründet sich vor allem auf die Bergpredigt die als Gesetz verstanden wird und betrachtet sich als freiwillige Vereinigung von Einzelpersonen, besorgt um den Aufbau einer, von Gott gewollten, Gemeinschaft. Die mystische, in dem Glauben an die unmittelbare Gegenwart Gottes in den Seelen, braucht keine staatlichen Institutionen um zu bestehen und diese erscheinen also als unbedeutend vom religiösen Standpunkt aus. Sicher, diese Kategorien dürfen nicht überwertet werden, sollen bleiben was sie sind : eine ideale Art von Trennung, die es in Wirklichkeit in so klarer Art in den christlichen Gemeinden nicht gibt. In allen Fällen haben sich diese Kategorien gegründet indem sie für sich selbst in Anspruch nahmen, es gäbe ein Ganzes , von Gott gewollten natürlichen Regeln, bestimmt, die menschliche Gesellschaft zu gestalten. Für die Kirche bestehen diese Regeln auf unvollkommene Art in der weltlichen Gesellschaft und auf vollkommene Art in der religiösen Gesellschaft; es gibt also keinen Gegensatz zwischen ihr und der Gesellschaft, sondern nur einen Unterschied im Grad der Vollkommenheit. Das ist, mit Unterschieden, die Auffassung der Theologen des Mittelalters wie der Reformation. Für die Sekte sind die, von der Kirche verteidigten natürlichen Regeln, eine Anschauung, die von der Wirklichkeit der Welt kompromittiert ist. Die Rolle der Christen besteht also darin, die Welt zu den wahren, Regeln der Gesellschaft zu führen , so wie Gott sie in der Bibel offenbart. Was die mystische Art betrifft, so duldet sie den Gedanken, es könne natürliche, von Gott gewollte Regeln geben , aber sie bezieht sich nie darauf, bevorzugt ene Ethik der individuellen Überzeugung , gekennzeichnet durch eine Haltung der Liebe und dem brüderlichen Zwiegespräch .Zum Teil sieht Troeltsch dies am Werk bei Luther, aber weit mehr noch im Pietismus, bei Swedenborg und besonders bei Theologen wie Schleiermacher. Vielleicht liegt darin eine Lösung für unser Problem : ausgehend von der mystischen Auffassung einer Ethik welche die individuelle Überzeugung bewertet zu Gunsten gewiser subjektiven Werte ,die als Ausschlag gebend betrachtet werden um unsere Zeitgenossen zu überzeugen, aber ohne Zwang. Aber solch eine Wahl, ohne jedes normative, schon bestehende System, knn nur zu einer dauernden Auseinandersetzung führen, zu Gunsten von Werten die sich uns ,sozusagen , subjektiv offenbart haben. Aus einem System mit Regeln und Erklärungen wird aus der christlichen Ethik eine tägliche Verpflichtung .

À propos Gilles

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a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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