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Mohamed Iqbal, Reformator des Islam

Pierre-Olivier Léchot
Übersetzung Jean Gaspar

Pierre-Olivier Léchot fordert uns auf, Mohamed Iqbal zu entdecken, ein Denker der es verstanden hatte, Sufismus und Theologie des Process zu verbinden im Dienst einer Reform des Islam. Ein Denker, der fähig war, den Menschen in den Mittelpunkt des process der Schöpfung zu stellen.

Mohamed Iqbal wurde 1877 in Sialkot, im Pandschab, geboren. Sehr früh in die abendländische Literatur eingeführt; geht er 1905 zum Studium nach Europa und verweilt, unter anderen, in Cambridge und Heidelberg und schliesst auch Freundschaft mit Henri Bergson und Louis Massignon. Wieder in seine Heimat zurückgekehrt, setzt er sich für die Unabhängikeit Pakistans ein, wo er als einer der geistigen und politischen Väter angesehen wird. Er stirbt in Lahore am 21April 1938.In einer Reihe von Vorträgen, die er zwischen 1928 und 1932 in Indien und Europa hält, legt er fest, was seiner Meinung nach, erfordert „das religiöse Denken des Islam neu gestalten“ – so der Titel eines Werkes das daraus erstand. Es geht nicht darum , zu „erneuern“ im Sinne einer historischen Forschung über die Quellen dieses Denkens, sondern um eine Erneuerung nach neuen Grundsätzen. Für Iqbal ist der Islam tatsächlich eine Religion die grundsätzlich gegen jede intellektuelle Spekulation ist und die weitgehend verfälscht wurde durch die widersprüchliche Berufung auf die antike Philosophie , während die Verkündigung Mahomets zutiefst in die Lebenserfahrung und die Wirklichkeit der Natur verankert ist. Nun ist die Natur, laut ihm, „ein immerwährender schöpferischer Fluss“ in dem Gott die Rolle „einer schöpferischen Energie“ hält – man erkennt hier Ausdrücke der Theologie des „Process“, die Iqbal nach seiner Lektüre von Whitehead kennt und am Islam anwendet, lange bevor Hartshorne oder Cobb es fürs Christentum taten. Aber Iqbal ist auch und vor allem, auf diesem Punkt, ein Erbe der grossen Tradition des Sufismus und besonders von Mansur al-Hallâj 858-922) der ohne zu zaudern sagte: „ Ich bin die schöpferische Wahrheit“, deswegen er getötet wurde, weil er sich so mit Gott verbunden zeigte. Für Iqbal, wie für Hallàj, ist die Nähe zwischen Gott und dem Menschen ein Hauptpunkt des religiösen Denken des Islam. So sagt er, zum Beispiel, dass Gott, das allerletzte Ich,. näher am Menschen ist als seine eigene Halsschlagader Der pakistanische Philosoph gibt dem Menschen einen zentralen Platz in der Schöpfung, denn, so meint er, „der Mensch, in dem das „Ich“ eine relative Vollkommenheit erreicht, nimmt eine wahrhaftige Stelle im Herzen der göttlichen, schöpferischen Energie ein. Der Mensch ist aufgefordert , bewusst teilzunehmen am schöpferischen Leben seines Schöpfers , der Mensch ist aufgefordert, in Freiheit mitzuwirken inmitten dieser schöpferischen Strömung, so zu sagen als Hauptmotor. Nun, laut dem Koran, wiedergelesen von Iqbal, kann er das nur indem er voll und ganz sein „ich verwirklicht, frei und fähig zum Zweifel und zum Ungehorsam“. Zu behaupten, dass die Schöpfung eine Wirklichkeit ist, die sich stets weiter entwickelt und dass der Mensch sich darin entwickelt um frei zu werden, bedeutet also, dass die Verkündigung des Korans selbst ausgelegt werden kann und sogar muss – darin liegt schliesslich ihr endgültiger Sinn: „ die Verkündigung erreicht ihre Vollkommenheit in dem sie erkennt, dass sie abgeschafft werden muss … der Mensch muss schliesslich seinen eigenen Fähigkeiten ausgeliefert sein.“ Dieser Prozess der Befreiung des Menschen ist schon, laut Iqbal, am Werk im Islam als er das schreibt. Er sieht , in der Zeitperiode die der Islam erlebt, eine Ähnlichkeit mit der Zeit der evangelischen Reformation und bezieht sich dabei auf Troeltsch , (dessen Frühwerke er anscheinend während seiner Studienzeit in Heidelberg entdeckt hatte). Jedoch warnt er auch seinen Leser vor den Gefahren einer ähnlichen Form. Tatsächlich würde dann das Risiko bestehen, reaktionäre Bewegungen auszulösen, die das muslimische Denken, errichtet auf neuen Grundlagen, mit Mut und Entschlossenheit bekämpfen muss wenn es seinen koranischen Wurzeln treu bleiben will. Reformator des Islam, ist Iqbal also auch ein Seher der dringend wieder gelesen werden muss.

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À propos Gilles

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a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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