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Pfarrer James Woody, Salzkörner

Eine  Denkweise  – evangelisch und liberal

Laurent Gagnebin

Übersetzung Jean Gaspar

Es ist sehr wichtig, dass das Buch von James Woody, Direktor unserer Monatszeitschrift „Evangile et Liberté“ bei  einem grossen Verlag erscheint, ein Verlag dessen Ruf und Veröffentlichungen weit über die Grenzen der religiösen Welt, ob christlich oder besonders evangelisch, herausgehen. Es ist umso bedeutsamer, dass auf der Titelseite, neben dem Namen des Verfassers, auch ganz klar , “Pfarrer“ steht.

   Dieses Werk ist, meiner Ansicht nach, bemerkenswert. Einige hatten mir gesagt, es handle sich um eine Art  von Einführung (noch eine) zum Protestantismus. In Wirklichkeit ist es viel besser: es ist die weitreichende , theologische Betrachtung, gleichzeitig anspruchsvoll und verständlich, eines liberalen Protestanten. Der Versuch ist vollkommen geglückt.

   Die Annäherung ist original, James Woody nimmt als Rahmen einen Gottesdienst zum Reformationsfest, um sorgfältig die klassischen und immer wiederkehrenden  Fragen auszulegen; Fragen zur Bibel, zur Predigt, zu den Sakramenten, zum Gebet, zur so ausdrucksstarken Architektur unserer Gotteshäuser, zu einem praktischen Christentum das gleichzeitig  den Glauben und seine Äusserungen denkt. Um die Vielfalt der Themen der Themen zu erkennen, die  immer bündig, kraftvoll und nuanciert  beschrieben sind, reicht es, die Titel der verschiedenen  Abschnitte zu lesen. Ich nenne nur einige: „das Gebet“ und das fragwürdige Fürbittgebet, „Lob des Zweifels“,  „ein Glaube in Bewegung“, „Einfachheit“, „Demokratie“, „Pluralität“, „soziales Chrisrentum“, „der Dialog zwischen den Religionen“, „der Dialog mit dem Atheismus“ (der Atheismus ist ein besonderer Gesprächspartner der nicht auf die Rolle eines Gegner des Glaubens beschränkt ist).
   Sicher, auch die grossen Gestalten der Reformation (Luther, Calvin, Zwingli) sind genannt,  ebenso wie die grosen Figuren der evangelischen Theologie des XX. Jhts die ganz bewusst zitiert sind ; Barth, Bonhoeffer, Bultmann, Tillich (besonders), Schweitzer, Cobb, Martin Luther King, aber auch, näher an uns, Wilfred Monod, André-Numa Bertrand, Charles Wagner, Nicht zu vergssen , James Woody bezieht sich auch auf  aktuelle Theologen wie André Gounelle, Bernard Reymond,Raphaël Picon. Welch imposante Mosaik !

   

   Man wird auch bemerken, dass die Kenntnisse der hebräischen Sprache der Bibel , es James Woody ermöglichen, einen neuen, suggestiven Beitrag zu leisten. Vergessen wir nicht, dass er seinerzeits auch an der französischen Schule für Bibel und Archäologie in Jerusalem  studierte.

   Dieses Buch ist in einer flüssigen und gepflegten Sprache geschrieben, mit Sprachwendungen die oft sehr prägnant sind und die das Wesentliche in wenigen Worten aussagen. Es scheint mir auch geglückt, dass am Ende des Buches , speziell an die Kunst gedacht wird. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt Mondrian ( abstrakter Maler  calvinistischer Herkunft). Scharfsinnig vergleicht  James Woody den Weg der Schrift und der Kunst. James Woody schreibt: „ Die Kunst ergreift uns, setzt uns in Bewegunge, reisst uns aus unseren Gewissheiten. Die Kunst reisst uns aus unserem Zustand, aus unserem Wesen und führt uns auf das Gebiet der Kultur. Das ist auch die Dynamik die von den biblischen Texten ausgeht. Die Dinge nicht  in ihrem Zustand lassen, aus dem einfachen und guten Grund, dass der Zustand der Welt nicht befriedigend ist.“

   Mit diesem Werk haben wir eine reichhaltige Erinnerung an die wesentlichen Punkte,  um den Protestantismus  im Allgemeinen  und den liberales Protestantismus besonders zu verstehen. Es ist eine schöne Zusammenfassung. Der Titel (Salzkörner)wird die Aufmerksamkeit von einigen erwecken, aber der etwas rätselhafte Aspekt wird vielleicht andere abhalten. Hoffen wir, dass sie, wie so oft mit Romanen, zuerst die letzte Seite lesen, auf der James Woody den etwas verwirrenden Titel  erläutert: „Der Protestantismus ? Eine Art , es ernst zu machen mit der Notwendigkeit, sein Salzkorn beizutragen zu den Werken dieser Welt,  Totalitarismus zu entweihen und wieder zu begeistern für etwas  das für Jesus Christus wirklich heilig war: die Menschheit.“

                   

À propos Gilles

a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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