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Sich erheben, um seine Ideale zu verteidigen

Raphaël Picon
Übersetzung Jean Gaspar

Als Kind der Aufklärung, hatte ich nie gedacht, dass ich mich eines Tages erheben müsste um ihre Ideale zu verteidigen . Die Ausdrucksfreiheit, die Allen gegebene Freiheit sich eine eigene Überzeugung zu prägen, die Tatsache, das Alles in Frage gestellt werden kann und der Kritik unterworfen ist, schienen mir endgültig erworben zu sein. Fïr meine Generation; den 1968 geborenen Kindern, dieses jedem gegebene Recht, sich nach seinem Gewissen zu entscheiden, hatten wir nicht zu erobern brauchen. Es gehörte zum Geburtsschein, war unsere vertraute Umwelt, war die Luft die wir einatmeten…

Schnell sollte ich lernen, dass unsere Vorfahrem im Glauben gekämpft hatten, damit wir nach dem Christentum der Aufklärung , dem Christentum der Duldsamkeit, leben können. Sie hatten harte , ihrer Überzugung nach gerechtfertigte, Kämpfe geführt gegen einen religiösen Verzicht. Sie brauchten nicht gottlos zu sein, um zu erkennen , dass die Religion Opium für das Volk werden kann. Ihr Gott, der Gott der Aufsässigen, der Kleinen war der Gott an den ich glaubte und von dem ich dachte, er sei durch Jesus verkörpert und dass die Bibel ein grosser Roman ist, war in Wirklicheit ihre Eroberung. Sie hatten die falschen Götter ihrer Zeit bekämpfen müssen: die Götter der Heuchelei und der Kleinbürger, der Besserwisser. Über die Vermittlung von Nietzsche, Freud, Marx, Kant, Rousseau, Voltaire , die sie mit Eifer gelesen hatten , über die Existenzialisten und die Anhänger eines dritten Weges zwischen Kapitalismus und Marxismus – um nur die anzuführen – wurde mein Glaube aufgeklärt…

Der Pluralismus,, die Möglichkeit zu glauben oder nicht zu glauben, die Gewissensfreiheit wurden nach und nach, so duftfrei wie die Luft die wir einatmen. Und manche wurden dessen überdrüssig. Sie wurden verbittert , griesgrämig. Heute sehen sie darin das Ergebnis eines sich frei austobenden Materialismus und eines kulturellen Relativismus, schwachsinnig , ohne Überzeugungen … Für sie, ist die Wahrheit nicht zu suchen, sie drängt sich auf , überfällt, ist ein Fallbeil.. Das ist eine Auffassung (…). Also ist es jetzt höchste Zeit die Sterne wieder anzuzünden ! In Ruhe, mit Geduld, unsere Überzeugungen zu wiederholen, ohne die wir keine gemeinsame Zukunft vorstellen können.

Auszug aus dem Vorwort seines Buches „ Ein widerspenstiger Gott“ , Genf – Labor et Fides, 2017

À propos Gilles

a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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