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Germaine de Staël

Samuel Macaigne
Übersetzung Jean Gaspar

Erbin der Aufklärung, Verfechterin der Rmantik, macht Germaine de Staël aus der protestantischen Tradition ein unentbehrliches Mittel um die Ästhetik und die Politik zu erneuern. Anregerin einer tiefgehenden literarischen Erneuerung, gehört sie auch zu den Vorläufern des modernen Liberalismus.

Für einen reformierten Schrifsteller ist es ein Höhepunkt, wenn er sich im Fegfeuer der Literarur wiederfindet. Es scheint, dass Germaine de Staël viel zu lange dort warten musste. Enkelin eines Pfarrers, Tochter vom Minister Necker, Geliebte des Benjamin Constant – der sie als Eleonore in seinem“Adolphe“ beschreibt – war ihr Schicksal auf der Höhe ihrer Erwartungen. 1766 geboren, 1818 gestorben, ist sie Tochter dieses XVIII. Jahrhunderts, das die „Enzyklopädie „ und die literarischen Salons hervorbrachte. Der Salon ihrer Mutter versammelte die Elite des „philosophischen“ Denkens und dort konnte sie Diderot, d’Alembert oder Buffon begegnen. Niemand war also besser geeignet, die Gedanken der Aufklärung mit den Gedanken der Zukunft zu verbinden.

Obwohl, man liest kaum noch ihre Romane. Mir Recht, übrigens, denn sie sind unbeholfen lyrisch, :zu weitschweifig, zu trocken, vor allem aber, reiner Vorwand für eine literarische Theorie. Denn, als gute Protestantin, ist Madame de Staël vom Dämon der Ideen besessen. Ihre Essays sind beachtenswert, inhaltsreich und flüssig. Sie künden die grossen literarische Revolutionen des XIX. Jahrhunderts an. Sie ist wohl die „prophetische Germaine, wie Albert Thibaudet sie nannte. Schnell versteht sie, dass der Klassizismus – von Grund aus katholisch, absolutistisch und romanisch – ausser Atem ist; sie ruft zu einer Erneuerung der überlieferten Dichtersprache. Solch ein Vorhaben geht über die Kenntnis der Literatur Nordeuropas, – evangelischen Ländern – wie Germaine betont. Sonderbarer Weise, haben diese, von der Reformation geprägten Länder ,neue Formen hervorgebracht, in denen der Einzelne frei seine Gefühle und Gedanken ausdrücken kann.Nun, dieser Individualismus in der Schöpfung öffnet den Weg zum freien Bürger.
Man darf die politische Tragweite der Theorien von Madame de Staël nicht unterschätzen. Die ästhetischen Debatten sind nicht die von Verfassern in einem elfenbeinernen Turm. Im Gegenteil,das Schloss von Coppet, in dem unsere Autorin ihre nächsten Freunde versammelt, ist ein richtiges Labor für neue Gedanken. Die Debatten mit Benjamin Constant und Jean de Simondi legen den Grundstein des modernen Liberalismus. In diesem gärenden Mikrokosmos sucht man in der Tat, die souveräne Freiheit des Menschen zu gründen und zwar unter jedem Herrschaftssystem, sei es eine Monarchie oder eine Republik. Manchmal pessimistisch, manchmal vorsichtig, wissen unsere Denker, dass eine Democratie nicht Bürge ist für Autonomie, sondern auch in Willkür ausarten kann. Denn Madame de Staël, die am Anfang mit Begeisterung die Revolution unterstützt hatte, war enttäuscht, um nicht u sagen,schokiert , über die blutigen Abweichungen. Mehr noch, wenn sie in ihrer waldensichen Abgeschiedenheit eingeschlosen ist, so geschieht es auf Befehl des Kaisers, der sie für zu gefährlich betrachtet. Das war kein Hindernis: aus ihrem Wohnsitz machte sie eine neue Republik der Literatur, ein wahres Gegengewicht zum autoritären Kaiserstaat. Auf diese Art versucht sie, die Errungenschaften von 1789 zu bewahren und die Standpunkte von 1792 auszuschliessen.
Über einen wirklichen Ökumenismus hinaus, gründet sich die Gruppe in Coppet auf einen festen Kosmopolitismus. Vertreter der Länder des Nordens und des Südens debattieren. Madame de Staël stützt sich also nicht auf eine nationale Poetik. Als sie versucht,ihr Hauptwerk, „De l’Allemgne“ zu veröffentlichen, dank dem Frankreich die germanische Romantik entdeckt, schreibt ihr der kaiserliche Polizeiminister: „Ihr letztes Werk ist nicht französisch“. Das war sicher ein Sieg für diese Frau, deren Geist frei war, genauso verliebt in die Männer wie in die Gedanken.

À propos Gilles

a été pasteur à Amsterdam et en Région parisienne. Il s’est toujours intéressé à la présence de l’Évangile aux marges de l’Église. Il anime depuis 17 ans le site Internet Protestants dans la ville.

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